Tag 026: Gillonnay nach Revel-Tourdan

Wenn man in einem französischen Schloss, Langut oder einer Domaine übernachtet, braucht man  viel von etwas wo es kein Wort im deutschen für gibt; Contenance

Als ich  nach meinem Kampf durch die Wildnis, verschwitzt, mit durch Pollenallergie blutroten Augen, voller Stachel, Kletten und Spelze schließlich an der Rezeption ankomme, werde ich tatsächlich gefragt, wo ich geparkt hätte? Dachte sie wirklich ich  komme aus der Beauty-Lounge und man hätte vergessen das Peeling abzuspülen? Und in den Haaren das neue Schauma Shampoo "7 Kräuter"? Jetzt wünschte ich mir wirklich die spitzere Variante der Trekkingstöcke um mich ungehindert zum Kühlschrank hinter der Theke freizukämpfen...

Stattdessen muss ich mir noch in aller Ruhe die Regeln des Streichelzoos und Möglichkeiten zum Spazieren gehen über mich ergehen lassen...

Jedenfalls habe ich im runden Bett ordentlich genächtig. Das entspricht mehr meiner embryonalen Schlafhaltung und ich muss mir nicht die ganze Nacht Gedanken machen, wo bei der Decke oben und unten ist...

Wernutstropfen war natürlich die "Love Suite" allein, aber wie singen es die französischen Barden so herzzerreißen: 🎶"Senza una Donna, come siamo lontani..."

Cafe au Lait in La Côte-Saint-André. Hat mich wieder dran erinnert wie gut das sein kann, wenn der kräftige aber nicht bittere Kaffee auf sahnige Milch trifft, hier war er perfekt😋

Hier habe ich eine Eingebung, allein eine geöffnete Post zu finden, ist bereits ein Wunder, aber jetzt spricht der Herr zu mir: "Du Narr! Trägst ein Zelt mit dir und nächtigst in unzüchtigen Rundbetten? Weisst du nicht wie viele Menschen keine Zeltstaat besitzen?, gib es den Bedürftigen und kaufe Dir eine ordentliche 1600 Gramm Bibel um Deinen mächtigen Bierbauch zu stabilisieren! 

Folgsam und selbstlos gebe ich mein Paket auf und schicke es an Peter und Magret von denen ich glaube, dass sie kein Zelt besitzen.

Französische "Inlandspost" an das Ende der Welt zu irgendwelchen Überseekolonien wäre deutlich billiger gewesen. 

Also, bei meiner Selbstlosigkeit kann ich mich jetzt auch ein wenig wie St. Martin fühlen 🙊

Achtzehnte Kerze für Vera in der beeindruckenden Kirche von Saint-André de la Côte deren romanischer Ursprung auf das Kahr 1088 zurückgeht 

Für meinen täglichen Wasserspass ist gesorgt 

Kurz darauf treffe ich Jörg aus Köln, der seit Jahren immer wieder den Weg macht, zurzeit von Görlitz aus, wir gehen ein Stück zusammen und erlauben uns ein Kölsch-kleines  Bier zusammen 

 "Eglise Notre-Dame de l'immaculée Ornacieux-Balbins"  hier gibt es Reliquien der  Beatrice d'Ornacieux.

Von ihr wird gesagt, dass sie sich einen Nagel durch die rechte Hand geschlagen hat um die Kreuzigung Jesu besser nachvollziehen zu können 😳

Heute bin ich das erste Mal in einer einfachen Herberge, Pascal ist der Wirt, und neben den Übernachtungsgästen (eine Dusche für alle 🙈) betreibt er noch den letzten Dorf-Treffpunkt der gerne besucht wird. Essen wird nicht bestellt, sondern hingestellt, vollkommen ok 😋

Alles ist etwa um 1970 herum stehengeblieben, möge es noch lange so bleiben.

Tier des Tages


Bei allen Gefahren die mir hier drohen hatte ich den gefährlichen Pilgerdrachen noch nicht erwähnt...

Herbarium

ohne Bilder glaubt mir meine Entdeckungen ja keiner….

Zwerg 🫢Holunder


Zitronen 🍋Melisse

Moschusrose

Punktierter Gilbweiderich

Betäubender Kälberkropf, Tiere die ihn fressen fangen an zu taumeln😨

Fazit

Km:25,2 kn

Höhenmeter: 280




Z‘ruck