Tag 059-060 Es geht zurück 😳

Meine Arbeitgeberin will mich erstmal zurück... Leider kein gemütliches Gleiten in die Freistellung.

Habe natürlich viel darüber nachgedacht, und auch was Vera dazu gesagt hätte, ich bin mir ziemlich sicher: " unbezahlten Urlaub nehmen oder den Job gefährden, um für mich durch halb Europa durch komische Kerzen anzustecken...? das machst Du auf keinen Fall!"

Das war mein Schatz vor genau einem Jahr, auf ihrem Lieblingsberg, dem Niesen. Wollte sie noch dahin, oder war es , um es für mich einfacher zu machen?

Ich bin ihr unendlich dankbar für ihre unglaubliche Tapferkeit, nie hat sie versucht mich oder die Kinder in ihr unfassbares Leiden hineinzuziehen

Hat der Weg (und NEIN, Andrea ich bin nicht deshalb so langsam weitergekomme , weil ich immer geradeaus gelaufen bin, so wie es auf den Bildern aussieht 🙄) irgendetwas leichter  gemacht, verarbeiten können, verstehen können? Eher nicht, vielleicht die Akzeptanz, das es nichts zu verstehen gibt, wo es nichts zu verstehen gibt...

Es war  fantastisch, einfach loszulaufen, und ich freue mich sehr, dass meine (etwas krummen) Füße (nein, immer noch keine Fotos, Lisa) mich dorthin tragen, wo ich es will

Jeder Tag war sehr schön, und am schlimmsten ist die unbefriedigte Neugierde auf das was noch alles gekommen wãre 🙊

Aber da ist auch die Erkenntnis, dass es egal ist wie lange oder wohin man läuft, die Hauptsache man ist auf dem "Weg" den jeder nur für sich laufen kann

Und ich freue mich über die Begegnungen auf dem Weg, auch wenn es wenige waren, da ich Pilgerunterkünfte vermieden habe wie der Teufel das Weihwasser. Auf dem Bild Mary-Ellen und John aus Boston🇺🇸, die mit uns in Amerika nicht erhältliches, in Frankreich geliebtes rohes 😱 Beef Tatare zelebrieren.

Und da waren Brigitte, Christine und Severin aus der Schweiz 🇨🇭 , Louis aus Brasilien 🇧🇷, Jörg aus Köln 🧌, Ninja aus Tokyo🇯🇵, Coen aus Holland 🇳🇱, Otilie, Yves, Catherine und Laëtitia aus Frankreich, Michelle aus England 🇬🇧, Sue, Helen, Roger und Elsa aus Australien 🇦🇺🇦

und natürlich war es schön, ein paar Stationen mit John🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿 zu laufen, der genauso gerne isst und trinkt wie ich ☺️. Hat mir natürlich auch viel Sorgen gemacht, mit seinem lahmenden Fuß, stets eine einfache Beute für Raubtiere sm Wegesrand, die ich mühsam vertreiben musst.

( Er ist immer noch geschockt, ob er nach dem kirchlichen Segen als alter Anglikaner jetzt katholisch 😱geworden ist). 

Tier des Tages


so viele wunderschöne Tiere und Pflanze, eine Schande wie wir deren Lebensraum oft zerstören.

Aber dieser unglaubliche Komfort, den die Menschen sich geschaffen haben. Fahren, Fliegen, und zumindest für mich immer fliessedes Wasser, bestes Essen, Bier und Wein in einer Qualität, von denen unsere Vorfahren nicht zu träumen gewagt hätten.  Der Wahnsinn, im tiefsten Wald mit dem Handy zu navigieren und mit KI zu diskutieren um welche Pflanze es sich handelt...Elektrizität, Funk, Internet,....Jahrzehnte lange Theorie in muffigem Hörsälen, Unmengen gescheiterter Versuche, Verzweiflung, komplexeste Apparaturen und talentierte Maschinenbauerinnen, Elektronik mit exotischen Rohstoffen, die aus 1000 Meter Tiefe aus dem Boden gekratzt werden...

Ehrlich gesagt, ich bin froh darüber, so einfach fotografieren, chatten, recherchieren zu können- Viel besser zu leben als die gichtkranken Schlossherrinnen in ihren nasskalten Gemäurern. Bei aller Liebe zur Natur, manchmal vermisse ich, dass die Menschen auch mal auf einen Strommast oder ein Glasfaserkabel mit Bewunderung schauen würden. Nichts ist selbstverständlich 

Fazit

Km:1‘248

Höhenmeter: 22‘450



Z‘ruck